18.02.2009
Die weltweite Finanzkrise trifft die Formel 1 voll: Renaults Hauptsponsor verlängert den Vertrag nicht. Renault-Hauptsponsor ING wird seinen 2009 auslaufenden Dreijahres-Vertrag nicht verlängern. Das gab der niederländische Finanzkonzern am letzten Montag begannt.
Schon am Jahresbeginn hatte die ING-Gruppe, die als weltweit zweitgrößter Formel-1-Sponsor gilt, eine drastische Reduktion des Formel-1-Investments angekündigt. Mit Credit Suisse hat eine weitere Bank ihren Sponsoren-Kontrakt beim deutschen Werksteam BMW-Sauber bereits Ende des vergangenen Jahres nicht verlängert.
Auch ING fährt wegen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise ein radikales Spar-Programm. Die Ausgaben werden um eine Milliarde Euro gekürzt, 7.000 der weltweit 130.000 Jobs werden gestrichen. Die ING-Gruppe soll laut einem Bericht in "Formula Money" zuletzt alleine in der Formel 1 jährlich an die 86 Mio. US-Dollar (67,1 Mio. Euro), davon 65 Mio. (50,7 Mio. Euro) für Renault, ausgegeben haben. ING ist auch offizieller Sponsor der GPs in Australien, Belgien, Ungarn und Türkei und hat Transparentwerbung auf 13 der derzeit 18 Formel 1-Rennstrecken.
Damit ist nun auch die Zukunft von Renault in der Formel 1 infrage gestellt. Renault ist auch Motoren-Lieferant und enger Partner des österreichischen Teams Red Bull Racing. Schon für 2009 hat ING sein finanzielles Engagement beim von Flavio Briatore geführten Rennstall, für den u.a. der spanische Doppelweltmeister Fernando Alonso fährt, um angeblich gleich 40 Prozent gekürzt.
Auch dem Mutterkonzern Renault geht es finanziell nicht rosig, weshalb man um staatliche Milliarden-Hilfe angesucht hat. Schon bezüglich 2009 war deshalb lange unklar gewesen, ob und wie Renault in der Formel 1 weitermachen würde. Der japanische Autobauer Honda hat sich schon vergangenen Dezember aus der Formel 1 zurückgezogen. Für das Team wird noch immer ein Käufer gesucht